IN EINEM NOTFALL RUFEN SIE DIE 112 AN !

Die Notfallmedizin ist das Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Erkennung und Behandlung
medizinischer Notfälle befasst. Sie umfasst fachlich die gesamte Rettungskette und ist ein
interdisziplinärer Bereich der Medizin, in den vor allem Innere Medizin, Chirurgie, Neurologie,
Kinderheilkunde und auch die Anästhesiologie Eingang gefunden haben. Folgende häufig
verwendete Begriffe bezeichnen Teile der Notfallmedizin: Die Rettungsmedizin bezeichnet
insbesondere die außerhalb von geeigneten medizinischen Einrichtungen durchgeführte
(präklinische) Notfallmedizin. Sie ist jedoch weder fachlich noch inhaltlich von der Notfall-
Medizin in der Einrichtung – in der Regel ein Krankenhaus – zu trennen.
Die Katastrophenmedizin bezeichnet den Aspekt der Notfallmedizin, der bei einem Groß-
Schadensfall oder einer Katastrophe aufgrund der Vielzahl der betroffenen Personen
individualmedizinische Aspekte in den Hintergrund treten lässt. Die Übergänge sind fließend.

In Deutschland ist „Notfallmedizin“ der Name einer ärztlichen Zusatz-Weiterbildung, die „die
Erkennung drohender oder eingetretener Notfallsituationen und die Behandlung von Notfällen,
einschließlich Wiederherstellung und Aufrechterhaltung akut bedrohter Vitalfunktionen“ umfasst.
In Österreich und in der Schweiz sind vergleichbare ärztliche Zusatzweiterbildungen als führbare
Berufsbezeichnung bislang nicht etabliert.In Ländern ohne notarztgestütztes Rettungssystem
sind die ärztlichen Weiterbildungen nur bedingt vergleichbar.

Das sichere Erkennen akuter, vital bedrohlicher Störungen ist die Grundlage einer erfolgreichen
notfallmedizinischen Behandlung. Grundzüge dieser orientierenden Maßnahmen bei Erstkontakt
mit einem Notfallpatienten sind einem großen Teil der Bevölkerung aus der Erste-Hilfe
Ausbildung als Diagnostischer Block bekannt. Aufgrund der Kürze der zur Verfügung stehenden
Zeit kommen in
aller Regel nur schnell und übersichtlich zu handhabende Geräte zum Einsatz. Zudem wurden
für die Notfallmedizin abgekürzte Untersuchungsgänge entwickelt, um einen Zeitverlust bei der
Einleitung akut notwendiger Maßnahmen, beziehungsweise der Abschätzung des
Erkrankungs-/Verletzungsmusters, so gering wie möglich zu halten.

Das Ziel der notfallmedizinischen Therapie sind das dauerhafte Wiederherstellen
lebenswichtiger Körperfunktionen sowie die Minimierung bleibender Beeinträchtigungen
des Notfallpatienten. Der erste Schritt der Behandlung ist daher das Einleiten lebensrettender
Sofortmaßnahmen. Bei Kreislaufstillstand erfolgt unverzüglich die kardio-pulmonale
Wiederbelebung, ggf. (bei Kammerflimmern, -flattern oder pulsloser ventrikulärer
Tachykardie) einschließlich Defibrillation.

Typischerweise werden manifeste oder drohende Schockzustände unterschiedlicher Ursachen
durch geeignete Kombinationen von Maßnahmen (Punktions- und Katheterisierungstechniken
einschließlich der Anlage zentralvenöser Zugänge) und Medikamenten behandelt
(Schocktherapie).

Zur Sicherstellung der Atmung sind das Freimachen der Atemwege (Entfernung von Fremd-
Körpern – manuell oder mittels Absaugung), die (endotracheale oder supraglottische) Intubation,
die Koniotomie bzw. Tracheotomie sowie die manuelle und maschinelle Beatmung und ggf.
auch die Thoraxdrainage notwendig.

Bei Verletzungen werden u. a. eine fachgerechte Ruhigstellung und Reposition von Gelenk-
und Knochenverletzungen oder die Eindämmung von Blutverlust durch Anlegen eines
Druckverbandes bis hin zu gefäßchirurgischen Maßnahmen) durchgeführt. Vorhandene oder
absehbare intolerable Schmerzzustände bedürfen geeigneter Analgesierungs- und
Sedierungsverfahren (Narkose).

Zu den therapeutischen Maßnahmen zählen aber auch fachgerechte Bergung und Lagerung von
Notfallpatienten. Für die Bergung von Personen aus Fahrzeugen oder anderen vergleichbaren
Situationen stehen spezielle Hilfsmittel wie Schaufeltrage oder Rettungskorsett zur Verfügung.
In besonderen Ausnahmefällen kann hierbei auch eine Notamputation notwendig werden.
Zur schonenden und zum Transport geeigneten Lagerung von Verletzten findet in der Regel
die Vakuummatratze Anwendung. Im häuslichen Bereich ist die Notwendigkeit der Lagerung
bei Herz-Kreislaufstillstand auf einem zur Herz-Druckmassage geeigneten
harten Untergrund erwähnenswert.

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Quelle: Wikipedia