Kardiologie ist die Lehre vom Herzen, die sich mit der Struktur, der Funktion und den
Erkrankungen des Herzens befasst, und in der Humanmedizin das Teilgebiet der Inneren
Medizin, das sich mit den Herz-Kreislauferkrankungen beim Erwachsenen beschäftigt.
Die Kinderkardiologie ist in Deutschland und der Schweiz ein eigenständiges Teilgebiet
der Kinderheilkunde.

Kardiologe ist in den deutschsprachigen Ländern eine standesrechtlich geschützte
Bezeichnung, die nur von Ärzten geführt werden darf, die im Rahmen einer speziellen
Weiterbildung besondere Kenntnisse auf dem Gebiet der Kardiologie erworben und nach-
gewiesen haben.

In Nordamerika und Westeuropa ist die Kardiologie zu Beginn des 21. Jahrhunderts nahezu
flächendeckend in Praxis oder Klinik vertreten, während sie noch in den 1960er-Jahren fast
ausschließlich an den Universitätskliniken und in wenigen spezialisierten Zentren präsent war.
In den USA waren im Jahr 1999 etwa 14.000 Kardiologen zertifiziert[. CT und MRT können
auf Grund immer leistungsfähiger Computer für eine Reihe von Fragestellungen bereits
vergleichbare oder bessere Ergebnisse liefern als die Echokardiografie oder die Herz-
katheteruntersuchung, sind aber in vielen Ländern aus verschiedenenGründen (u. a. Verfüg-
barkeit, Kosten, Strahlenbelastung und fehlendeMöglichkeit zur Intervention) nicht in die
Routineversorgung eingebunden.

Zum Jahresende 2003 waren in Deutschland 3.059 Kardiologen berufstätig, davon waren
2.126 als Kassenarzt tätig. 2002 wurden alleine zu Lasten der gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) u. a. 3.721.705 Echokardiografien durchgeführt.

Besonders im Bereich der invasiven Kardiologie (Herzkatheteruntersuchungen) und der
interventionellen Kardiologie (Ballondilatationen und andere kathetergestützte
Therapieverfahren)ist es zu einer erheblichen Leistungsausweitung gekommen.
Vom Beginn der systematischenDatenerhebung im Jahr 1984 bis zum Jahr 2005 zeigt sich ein
deutlicher Anstieg der entsprechenden Untersuchungs- und Behandlungszahlen in deutschen
Katheterlaboren.
2001 waren in Deutschland 356 Linksherzkatheter-Einrichtungen mit 503 Messplätzen gemeldet.
Dies entsprach einer Dichte von 4,3 Einrichtungen und 6,2 Messplätzen pro 1 Mio. Einwohner.

Im Jahr 2004 wurden in Deutschland pro 1 Mio. Einwohner 8.695 diagnostische Linksherzkatheter
und 3.022 Ballondilatationen vorgenommen. Diese Zahlen liegen im Vergleich mit anderen
Ländern recht hoch, was angesichts der Kosten von schätzungsweise 573 Mio. Euro für die
Linksherzkatheter und 871 Mio. Euro für die Ballondilatation auch von gesundheits-
ökonomischer Bedeutung ist.

Die Kardiologie konzentriert sich nicht nur auf die angeborenen und erworbenen Erkrankungen
des Herzens, sie befasst sich auch mit dem Blutkreislauf und den herznahen Blutgefäßen.
Der daraus abgeleitete Begriff der Herz-Kreislauferkrankungen, im englischen Sprachraum
cardiovascular diseases, beinhaltet auch Bluthochdruck (Hypertonie), Schlaganfall, arterielle
Verschlusskrankheit und viele andere Erkrankungen, ist aber nicht verbindlich definiert.
Bei der Diagnostik und Behandlung der nicht unmittelbar am Herz lokalisierten Krankheiten
kommt es zu Überschneidungen mit anderen Fachgebieten wie der Angiologie, der
Neurologie und der Pneumologie.

Quelle: Wikipedia